JACOB KARLZON (SE)



Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Musik. Es bedarf jedoch besonderer musikalischer Geister, um mit dem Wandel der Zeit auch im Ton Schritt zu halten. Einer dieser Visionäre ist der schwedische Pianist Jacob Karlzon.

 

Jacob Karlzon erzählt auf „NOW“ eine Geschichte. Die Stücke gehören zusammen wie in einer Suite, und doch sind sie so unterschiedlich, dass jedes ganz für sich selbst steht. In ihrer gegensätzlichen Ganzheitlichkeit könnten sie einen kompletten Tag mit all seinen glücklichen und frustrierten Momenten, seinem Licht und Schatten, seinem Wechsel von Hektik und Ruhe beschreiben. In jedem Song findet er eine neue Verabredung zwischen elektronischen Elementen wie Synthesizern und Computern und dem akustischen Fundus von Klavier sowie dem Bass von Dan Berglund (bekannt vom Esbjörn Svensson Trio und Tonbruket) und seinem Langzeit-Drummer Robert Mehmet Ikiz. Es ist für den Pianisten kein Widerspruch, einen Fisch aus dem Fluss zu holen und ihn danach ins Gefrierfach zu legen. Er kann sich an einem Gebirgsbach erfreuen und am Abend trotzdem auf Facebook gehen. In seinem radikalen Positivismus outet er sich als virtueller Romantiker. „Wir leben in Hightech-Zeiten. Ich denke permanent über die Schnittstellen zwischen Technik und Natur nach. Wir sind und bleiben organische Wesen. Technologie ist ein Teil unserer Umwelt. Wie können wir sie einsetzen, um unseren Planeten zu retten? Genau das will ich mit der Musik hinterfragen. Es geht immer um die Kombination beider Welten.“

 

Die Schnittstellen zwischen analogen und digitalen Momenten heben sich in Karlzons Musik ebenso auf wie die Scharniere zwischen Pop und Jazz oder die Nahtstellen zwischen Erinnerung und Voraussicht. Karlzon kommt vom Jazz, ist aber auch mit Hardrock und 80’s-Pop aufgewachsen. „NOW“ ist eine CD völlig neuer Bauart, denn sie folgt nicht mehr allein dem herkömmlichen Album-Prinzip, sondern zollt bewusst der Erfahrung der Playlist Tribut. „Die Jazz-Tradition hat mich nie interessiert“, erläutert Karlzon. „Was mich am Jazz hingegen immer noch interessiert, ist die Art der Kommunikation. Du kannst ein und dieselbe Sache heute so und morgen ganz anders ausdrücken. Es wird nie Dasselbe sein. Aber letztlich bleibt es immer Musik.“

 

Karlzon selbst bezeichnet „NOW“ als melancholisches Dance-Album, wobei seine Melancholie alles andere als rückwärtsgewandt ist. Unsere Umwelt, so resümiert er treffend, verändert sich. Als Künstler hat er die Wahl, den vermeintlich besseren Zeiten nachzutrauern oder einen positiven Umgang mit dem permanenten Wandel der Gegebenheiten zu finden. „Ich kann die Dinge nur nehmen, wie sie sind, und vieles entwickelt sich leider nicht zum Besseren. Für mich selbst finde ich es aber besser, mich auf die positiven Aspekte des Wandels zu konzentrieren. Ich will niemanden ausschließen, sondern so viele Menschen wie möglich einbeziehen. Meine Musik ist nicht kompliziert. Ich möchte mich nicht an die Insider wenden, die alles über ein bestimmtes Genre wissen, sondern Menschen verschiedener Generationen und Backgrounds einladen.“

 

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